Hochbeet

Hochbeet Schritt für Schritt selber bauen, befüllen und bepflanzen

Die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings erwecken die Lust am Gärtnern. Die grüne Landschaft erwacht aus dem Winterschlaf, erste Projekte werden in Angriff genommen und die Vorfreude auf das Sprießen der selbst gezogenen Pflänzchen ist groß.

 

Hochbeete schaffen die idealen Bedingungen für frisches, schmackhaftes und vitaminreiches Gemüse aus dem eigenen Garten. Sie erleichtern die Gartenarbeit um ein Vielfaches und sorgen für eine hohe Ausbeute.

Vorteile von einem Hochbeet gegenüber einem normalen Beet

  • Hochbeete ermöglichen ein rückenschonendes und bequemes Arbeiten. Die Hüfthöhe gilt als Anhaltspunkt für eine ideale Höhe, d.h. ca. 80 bis 100 cm.
  • Schädlinge gelangen nicht so leicht ins Beet. Die Höhe des Beets ist ein natürliches Hindernis. Schnecken werden zusätzlich mit Schneckenkanten oder Schneckennasen abgehalten, Wühlmäuse und Maulwürfe durch Wühlmausgitter.
  • Die Kanten des Hochbeets schützen Jungpflanzen vor Wind.
  • Hochbeete werden weniger von Unkraut befallen, da der Großteil des Samenflugs in Bodennähe stattfindet. Die wenigen Unkrautpflänzchen, die das Hochbeet erreichen, können schnell und einfach entfernt werden.
  • Durch die Verrottungswärme der Kompostiervorgänge ist das Hochbeet im Frühling früher bepflanzbar als ein normales Beet. Die Bodentemperatur ist rund 5 bis 8 Grad C höher. Frühbeethauben ermöglichen sogar eine noch zeitigere Aussaat.
  • Ein Hochbeet verfügt durch seinen Aufbau über einen hohen Nährstoffgehalt. Dadurch wächst das Gemüse sehr gut und schnell. Das Beet bietet mehr Ertrag bei weniger Arbeit.
  • Grünschnitt, Rasen- und Gartenabfälle können beim Anlegen des Hochbeets sehr gut und sinnvoll verwertet werden.
  • Ein Hochbeet ist ein dekorativer Blickfang und ein wichtiges Element für die Gartengestaltung. Es kann auch als optische und räumliche Abtrennung einzelner Gartenbereiche dienen.
  • Ein Hochbeet ist auch dann ideal, wenn ein begrenztes Platzangebot zur Verfügung steht. Der Aufbau von kleinen Versionen ist selbst auf einem Balkon möglich, ein muss für Fans des so trendigen Urban Gardenings.

Welche Baustoffe eigenen sich für ein Hochbeet?

Hochbeete können aus verschiedenen Materialien gefertigt werden. Wählen Sie das Material anhand folgender Kriterien aus:

 

  • Möchten Sie das Hochbeet selber bauen oder einen fertigen Bausatz nutzen?
  • Wie groß soll das Hochbeet werden? Wie viel Platz steht zur Verfügung?
  • Wie viel Zeit möchten Sie in die Errichtung des Hochbeets investieren?
  • Wie sieht es mit dem eigenen handwerklichen Geschick aus? Gibt es Helfer?
  • Welche Baumaterialien passen am besten zur Gesamtgestaltung Ihres Gartens?
  • Wie hoch ist Ihr Budget?
  • Wie viel Zeit möchten Sie in die jährliche Wartung des Hochbeets investieren?

 

Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Für den Ernteertrag ist es jedoch nicht wesentlich, aus welchem Baustoff Ihr Hochbeet aufgebaut ist. Hier entscheidet vielmehr die richtige Befüllung.

Hochbeet aus Holz

Am weitesten verbreitet sind Hochbeete aus Holz. Vielfach wird dafür das preiswerte heimische Lärchenholz verwendet, jedoch sind andere Terrassenholzarten wie z.B. Bangkirai, Ipè oder Thermo-Esche länger haltbar. 

  • Als Planken können sowohl flache Bretter oder Dielen, Kanthölzer, aber auch Rundhölzer verwendet werden. Zuerst wird ein stabiler Rahmen gebaut. Dieser wird dann mit dem ausgewählten Holz beplankt. Sehr günstig baut man ein Hochbeet mit einfachen Schalbrettern.
  • Äußerst beliebt sind auch Hochbeete aus Blockbohlen. Diese können mit einem einfachen Nut-Feder-Stecksystem ineinander gesteckt werden. Ein zusätzlicher Rahmen ist nicht erforderlich.

 

Gerade bei Holz-Hochbeeten gibt es sehr viele Fertig-Bausätze. Damit ist Ihr Hochbeet im Nu aufgebaut. Die Bausätze sind auch für weniger geübte HeimwerkerInnen gut geeignet. Bei Meyer Parkett gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: Alle Hochbeete sind, neben den praktischen Bausätzen, auch fertig montiert erhältlich. So können Sie gleich losgärntern und ersparen sich den Aufbau komplett.

 

Schutz an Innen- und Außenseite

In einem Hochbeet ist viel los. Gießwasser, Kompostiervorgänge und die natürliche Vermoderung setzen dem Holz zu. Daher werden die Innenseiten eines Holz-Hochbeets mit einer Folie (z.B. einer Teich- oder Noppenfolie) ausgelegt. So wird das Holz geschützt und die Lebensdauer wird verlängert.

 

An der Außenseite kann man das Holz entweder unbehandelt belassen oder mit einem Öl oder einer Holzlasur einlassen. Unbehandeltes Holz vergraut mit der Zeit. Hochwertige Öle hingegen pflegen das Holz und schützen es vor Witterungseinflüssen. Pigmentierte Öle, d.h. Farböle, bieten zudem einen gewissen UV-Schutz und ermöglichen es, das Hochbeet farblich auf das Gartenambiente abzustimmen. Dies ist natürlich auch mit einer entsprechenden Lasur möglich.

Schutzfolie an den überlappenden Stellen festtackern.

Hochbeet aus Kunststoff

Hochbeete aus Kunststoff sind ebenfalls äußerst beliebt. Sie sind sehr leicht, witterungsbeständig und durch einfache Stecksysteme sehr schnell aufgebaut. Auch hier gibt es viele fertige Bausätze. Abgestimmte Zubehörartikel wie Frühbeethauben sind in der jeweils passenden Größe erhältlich. Oft sind Kunststoff-Hochbeete kleiner und niedriger dimensioniert. Nicht zuletzt durch das leichte Gewicht eigenen sie sich mit kleinen Modifikationen auch für den Balkon.

Hochbeete aus WPC (Wood Plastic Composites)

Der neueste Trend sind Hochbeete aus WPC (Wood Plastic Composites). WPC besteht aus einer thermoplastisch verarbeiteten Mischung aus Naturmaterialien, wie z.B. Holzfasern oder Holzmehl, und Kunststoff und verbindet die Vorteile beider Werkstoffe. Auch Terrassendielen werden gerne aus WPC gefertigt. Die Hochbeet-Planken haben ebenfalls eine Dielen- oder Brettform und werden, ähnlich wie bei Holz-Hochbeeten, auf einem Rahmen montiert.

Vorteile eines WPC-Hochbeets

  • Sehr lange Lebensdauer – länger als Echtholz
  • Minimaler Pflegeaufwand, sehr wartungsarm – kein Ölen oder Streichen erforderlich
  • Naturnahe Optik, fast wie Echtholz – fügt sich harmonisch in die Gartenlandschaft ein
  • Sehr witterungsbeständig – das Material ist relativ unempfindlich. Wind, Regen und Sonne können ihm nichts anhaben.
  • Farbbeständig – die Farben bleichen über die Jahre nur sehr langsam aus
  • Weitgehend splitter- und rissfrei – keine Verletzungsgefahr!
  • Beständig gegenüber Insekten, Algen und Moos – gerade im Gartenbereich eine wichtige Eigenschaft
  • Farblich abstimmbar – WPC-Hochbeete können farblich perfekt auf die WPC-Terrasse abgestimmt werden

 

WPC Hochbeete sind entweder fertig montiert oder als praktische Bausätze erhältlich. 

 

Meyer Parkett verfügt aus dem Terrassenbereich über jahrzehntelange Erfahrung mit dem Werkstoff WPC. Daher haben wir uns auf Hochbeete aus WPC spezialisiert. Wir beraten Sie gerne!

Hochbeete aus anderen Materialien

Ein Hochbeet kann auch aus Metall konstruiert werden. Metallhochbeete haben eine besonders hohe Lebensdauer und sind im modern gestalteten Garten ein optischer Blickfang. Entscheidend ist hier ein entsprechender Korrosionsschutz. Dieser kann recht aufwendig sein und daher sind Metallhochbeete nicht so weit verbreitet wie ihre Brüder und Schwestern aus Holz und Kunststoff.

 

Hochbeete aus Stein oder Beton sind in der Konstruktion ebenfalls sehr arbeitsintensiv. Sie werden gerne in Hanglagen verwendet.

Foto von RudolfSimon - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Zubehör für die Hochbeet Gestaltung

Für Hochbeete gibt es eine Reihe an nützlichem Zubehör:

 

  • Spezielle Abdeckungen und Frühbeethauben ermöglichen es, bereits sehr früh mit der Aussaat zu beginnen, auch dann, wenn sich der Winter vielleicht noch nicht ganz verabschiedet hat. Sie schützen ihre Gemüse vor unwirtlichen Wetterbedingungen.
  • Handläufe rund um die Oberkante des Hochbeets erleichtern nochmals das Gärtnern. Sie dienen zum Aufstützen und sind auch als Ablagefläche für Samen und Gartengeräte sehr praktisch.
  • Schneckenkanten, Schneckennasen oder Schneckenbremsen verhindern, dass die Getiere ins Hochbeet gelangen und die Ernte vernichten.
  • Wühlmausgitter hindern die Nager am Eindringen ins Hochbeet von unten.
  • Holzlasuren und –öle sind wichtig für den Schutz und die Pflege von Holz-Hochbeeten.

Hochbeet Schritt für Schritt aufbauen und anlegen

1. Der ideale Zeitpunkt

  • Der ideale Zeitpunkt um ein Hochbeet anzulegen ist der Herbst. Gartenabfälle, Äste vom Rückschnitt der Bäume – all diese Materialen können gut verwertet werden. Über den Winter hat das Material Zeit sich gut zu setzen und mit dem Verrottungsprozess zu beginnen. Im Frühling kann das Beet dann direkt bepflanzt werden.
  • Der zweitidealste Zeitpunkt ist der frühe Frühling. Auch hier können der Frühlings-Baumschnitt und andere Gartenmaterialien für die Befüllung herangezogen werden. Die Gartensaison kann noch voll genutzt werden.

 

2. Standort wählen

Wählen Sie zuerst einen geeigneten Standort für das Hochbeet.

 

  • Achten Sie dabei auf genügend Sonneneinstrahlung.
  • Große Bäume in der Umgebung können in den nächsten Jahren wachsen und das Beet überschatten.
  • Beachten Sie die Wetterseite.
  • Als ideal hat sich eine Nord-Südausrichtung erwiesen.
  • Achten Sie auch darauf, dass das Hochbeet von allen Seiten frei zugänglich ist. Sollte dies nicht der Fall sein (z.B. wenn es an eine Haus- oder Gartenmauer grenzt), sollte das Hochbeet nicht breiter als 70 cm sein. So sind alle Bereiche für die Gartenarbeit noch gut erreichbar.
  • Eine einfache Bewässerung z.B. mit dem Gartenschlauch sollte möglich sein.

 

3. Vorbereitungsarbeiten

  • Sorgen Sie für einen ebenen Standort.
  • Tragen Sie an der gewählten Stelle zunächst die Grasnarbe ab. Die Rasenziegel heben Sie für die spätere Befüllung des Hochbeets auf.
  • Dann heben Sie eine 20 bis 30 cm tiefe Grube aus. Das Erdmaterial kann ebenfalls für die spätere Befüllung verwendet werden.
  • Ein direkter Kontakt des Hochbeets mit dem Erdreich ist unbedingt erforderlich. So kann Gießwasser versickern und Nützlinge wie Regenwürmer können in das Hochbeet kriechen und ihren Dienst tun. Ohne Bodenkontakt wäre das Hochbeet nur ein großer Pflanzkasten.

 

4. Hochbeet aufbauen

  • Je nachdem ob Sie sich für einen Bausatz oder die Eigenbauweise entschieden haben, bauen Sie dann Ihr gewähltes Hochbeet auf.
  • Legen Sie die Höhe fest und setzen Sie als erstes die Pfosten des Rahmens.
  • Danach montieren Sie die Planken auf die Pfosten.
  • Bei einem Stecksystem stecken Sie einfach die fertigen Elemente ineinander.
  • Legen Sie die Seiten des Hochbeets innen mit einer Folie (z.B. Teich- oder Noppenfolie) aus. Die Folie sollte oben und unten einige Zentimeter überstehen, jedoch nicht den Boden abdecken. An der Oberkante wird sie umgeschlagen und z.B. mit einer Tackermaschine festgeklammert.
  • Am Boden wird ein engmaschiges Gitter als Schutz vor Wühlmäusen und Maulwürfen ausgerollt. Auch dieses sollte etwas größer als die Bodenfläche dimensioniert sein und einige Zentimeter an den Seitenwänden hochgezogen werden.
  • Im Falle eines Holzhochbeets, tragen Sie auf Wunsch innen und außen eine Holzlasur oder ein Holzöl auf.
  • Bringen Sie einen etwaigen Handlauf und die Schneckenkante an.
  • Danach befüllen Sie das Hochbeet schichtweise.

5. Hochbeet in Schichten befüllen

Um den Pflanzen die bestmöglichen Bedingungen für ihr Wachstum zu bieten, wird allgemein empfohlen, das Hochbeet in Schichten zu befüllen. In Kompostiervorgängen entsteht aus den Einzelschichten hochwertige Erde und die Pflanzen sind optimal mit Nährstoffen versorgt.

 

Beginnen Sie bei der Befüllung mit groben Materialen und werden Sie dann Schicht für Schicht feiner. Jede Schicht sollte ca. 20 cm hoch sein.

 

  • Schicht 1: An unterster Stelle verwenden Sie groben Baumschnitt und Äste. Diese lockere Schicht ermöglicht einen guten Ablauf von Regen- und Gießwasser und sorgt für Durchlüftung.
  • Schicht 2: Dann füllen Sie kleine und gehäckselte Äste sowie Rindenmulch ein.
  • Schicht 3: Als nächstes folgt eine Schicht aus Laub und Gartenabfällen, wie z.B. Rasenschnitt. Auch die vorher abgetragenen Rasenziegel können Sie jetzt verwenden.
  • Schicht 4: Darüber breiten Sie eine Schicht aus halbverrottetem Kompost aus.
  • Schicht 5: Zu guter Letzt wird Garten- und Pflanzerde eingefüllt. Auch die Erde des Mutterbodens können Sie einstreuen. Wichtig ist, dass der Mutterboden qualitativ hochwertig und nährstoffreich ist. Im Fachhandel ist auch spezielle Hochbeet-Erde erhältlich. Diese kann, muss aber nicht als oberste Schicht verwendet werden.

 

Fertig ist Ihr Hochbeet!

Zuerst grobe Äste. So kann Regen- und Gießwasser gut abfließen.

Danach feinerer Baumschnitt oder gehäkselte Äste. 

Rasenschnitt, Gras, Laub, Gartenabfälle, allenfalls abgetragene Rasenziegel.

Rindenmulch, halb verrotteter Kompost.

Material dazwischen immer wieder feststampfen und verdichten.

Als letzte Schicht Erde einbringen. 

Dafür kann z.B. der Mutterboden verwendet werden. Im Fachhandel ist auch spezielle Hochbeet-Erde erhältlich.

Ihr Hochbeet ist fertig befüllt.

Idealerweise lassen Sie dem Material nun einige Wochen Zeit um sich zu setzen.

6. Hochbeet bepflanzen

Für die Entscheidung, welches Gemüse und welche Kräuter im Hochbeet gepflanzt werden, sind nicht nur die Monate und Saisonen ausschlaggebend, auch das Alter des Hochbeets spielt eine Rolle.

 

  • In den ersten Jahren ist die Nährstoffdichte des Hochbeets besonders hoch. In dieser Zeit sind starkzehrende Gemüsesorten die idealen „Bewohner“ des Hochbeets. In diese Kategorie fallen z.B. Tomaten, Gurken und Zucchini. Diese Pflanzen bevorzugen einen nährstoffreichen Boden und neigen nicht zur Nitrateinlagerung.
  • In weiterer Folge empfiehlt sich dann die Bepflanzung mit Mittelzehrern wie Kartoffeln oder Chinakohl.
  • Zu guter Letzt (ca. ab dem vierten Jahr) können schwachzehrende Pflanzenausgesät werden. Dazu zählen alle Salatsorten, Bohnen, Radieschen, Karotten und Karfiol.

 

Eigentlich kann das Hochbeet fast das ganze Jahr über bepflanzt werden. Entsprechende Frühbeethauben und Abdeckungen schützen die Saat vor Witterungseinflüssen.

 

Weitere Tipps für die Bepflanzung

  • Sollten sich kleine freie Plätze im Hochbeet ergeben, nutzen Sie diese für Kräuter.
  • Hohe Pflanzen setzten Sie am besten in die Mitte des Hochbeets, niedrige an den Rand. So ist gewährleistet, dass alle Sorten genügend Sonne bekommen.
  • Achten Sie auf eine gute Mischung an Pflanzen. So bleibt die Bodenqualität länger erhalten.

 

Generell empfiehlt es sich, das Hochbeet alle fünf bis sechs Jahre neu zu befüllen. Nach diesem Zeitraum sind die Nährstoffe verbraucht und die optimalen Bedingungen für die Pflanzen können nicht mehr gewährleistet werden.

Nun geht es an die Bepflanzung.

Wir wünschen Ihnen viel Freude damit!

Lassen Sie sich Ihr selbstgepflanztes Gemüse schmecken!

Meyer Parkett bietet Ihnen Hochbeete aus WPC und Echtholz der Marken FANO und Twinson