WPC Terrassendielen

WPC (Wood Plastic Composites) sind im Outdoor-Bereich eines der Erfolgsprodukte der letzten Jahrzehnte. Sie bestehen aus einer thermoplastisch verarbeiteten Mischung aus Biomaterialen (z.B. Holzfasern oder Holzmehl) und Kunststoff und verbinden die Vorteile beider Werkstoffe.

Herstellung von WPC

WPC zählt zur Gruppe der Biowerkstoffe. Entsprechend muss per Definition ihr Naturstoffanteil bei mindestens 20% liegen. Je nach Produkt und Hersteller sind die Mischverhältnisse unterschiedlich. Meist liegt der Holzanteil jedoch bei mindestens 50%. Spezielle Additive machen das Material zudem widerstandsfähig gegenüber Umwelt- und Witterungseinflüssen und sind für die Farbgebung verantwortlich.

 

Es werden in der Regel hochverdichtete Kunststoffe wie PVC, HD-PE und PP verwendet. Durch die weltweit hervorragenden Recycling-Technologien enthalten die Produkte je nach Hersteller einen wesentlichen Anteil an Recycling-Kunststoffen. WPC ist im allgemeinen ein äußerst ökologisches Produkt.

 

Die Dielen werden meist in einem Extrusionsverfahren hergestellt, im Rahmen dessen das Rohmaterial durch definierte Formen gepresst wird.

 

Varianten von WPC Terrassendielen

1. Verschiedene Profile

Die Formgestaltung ist Herstellersache und so bietet der Markt WPC Terrassendielen in sehr vielen unterschiedlichen Dimensionen, Profilen und Qualitäten. Die einzelnen Profile unterscheiden sich jedoch nicht nur in der Optik, sondern auch bei der Tragfähigkeit, Belastbarkeit, Stabilität und teilweise auch bei den möglichen Einsatzbereichen. Folgende Aufbauvarianten stehen zur Verfügung:

Hohlkammerprofil mit eckigem Kammerdesign: WPC-Dielen mit Hohlkammerprofil mit eckigem Kammerdesign sind deutlich leichter als Massivdielen. Dadurch dass in der Extrusion weniger Material benötigt wird sind sie auch wesentlich günstiger. Einbussen gibt es dafür bei der Stabilität und bei der Tragfähigkeit, es wird durch die kürzeren Unterkonstruktionsabstände mehr Zubehör benötigt.

    Hohlkammerprofil mit rundem Kammerdesign: WPC-Dielen mit Hohlkammerprofil mit rundem Kammerdesign sind etwas leichter als Massivdielen und vereinen hinsichtlich Stabilität und Zubehörbedarf die Vorteile von Massivdielen und Hohlkammerdielen.

        WPC-Massivdielen: WPC-Massivdielen sind aufgrund des hohen Volumens deutlich stabiler als Hohlkammerdielen. Bei der Verlegung sind sie vor allem bei Randabschlüssen leichter zu handhaben. So werden z.B. keine Abdeckkappen benötigt. Ränder können in jeder beliebigen Form geschnitten werden.

            2. Verschiedene Farben

            In der Farbgestaltung von WPC gibt es keine Grenzen. Dennoch haben sich WPC-Terrassendielen in naturnahen Farbtönen bewährt. Sie fügen sich harmonisch in die (Garten-) Landschaft ein. Am meisten verbreitet sind verschiedene Braunschattierungen. Aber auch gräuliche Farbtönen werden immer beliebter. Diese Farben können sehr modern wirken und sind ein wichtiges Designelement.

            3. Verschiedene Oberflächen

            Die Oberflächen können glatt, grob gerillt, fein gerillt oder gewellt sein. Die Rillen unterscheiden sich je nach Produkt in Breite und Tiefe. Letztendlich ist es eine Geschmackssache für welche Oberfläche man sich entscheidet.

            4. WPC der 2. Generation

            WPC Terrassendielen haben sich in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt. WPC der 2. Generation bietet rund um die Diele ein patentiertes 4-seitiges Schutzschild. Dieses macht die Dielen kratzfester, pflegeleichter und vollkommen resistent gegen Flecken. Zudem bietet es auch noch optische Vorteile: Man hat die Möglichkeit in der Oberfläche und in der Farbgebung eine realistische Holzstruktur nachzubilden. So wirken die Dielen noch natürlicher – fast wie Echtholz.

            Tipp

            Achten Sie beim Kauf von WPC-Dielen unbedingt auf die Qualität und lassen Sie sich beim Händler Ihres Vertrauens beraten!

            Was sind die Vorteile der Holzverbundstoff-Dielen?

            WPC Terrassendielen bieten eine Reihe von Vorteilen – sie sind nicht umsonst so beliebt:

             

            • Lange Lebensdauer: WPC Terrassendielen sind sehr dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 1) und entsprechend oft mehr als 25 Jahre lang haltbar. So hat man lange Freude an seiner Terrasse. Lärchenholz ist im Vergleich nur ca. 10 bis 15 Jahre haltbar, Bangkirai 15 bis 20 Jahre. Damit übertrifft WPC in punkto Haltbarkeit viele gängige Terrassenhölzer.
            • Sehr widerstandsfähig: Die Dielen sind – sofern richtig verlegt - sehr widerstandsfähig und belastbar.
            • Pflegeleicht und wartungsarm: Einmal verlegt, sind sie sehr pflegeleicht und wartungsarm. Man muss sie lediglich ein- bis zweimal im Jahr grundreinigen. Die laufende Unterhaltsreinigung wie kehren und abspritzen gilt allgemein für alle Terrassenböden. Es ist kein Ölen erforderlich.
            • Farb- und UV-beständig: Die Dielen sind relativ farbbeständig. Die Farbtöne bleichen bei jährlicher Reinigung und nach einer anfänglichen Anpassung über die Jahre nur sehr langsam aus. Die Intensität des Ausbleichens hängt von Produkt, Farbe und Einbauort (z.B. frei bewitterte oder überdachte Flächen) ab.
            • Fußfreundliche Oberfläche: WPC-Dielen sind überwiegend splitter- und rissfrei. Damit bieten sie ein angenehmes Barfuß-Gehgefühl und sind auch für Kinder bestens geeignet. Achtung! Im Sommer heizen sie sich jedoch stärker auf als Echtholz-Terrassendielen.
            • Rutsch- und wasserfest: Die Dielen sind rutsch- und wasserfest, gerade im Outdoor-Bereich eine wichtige Eigenschaft.
            • Salz- und chlorwasserbeständig: Sie sind relativ unempfindlich gegenüber Salz- und Chlorwasser. Daher können sie auch als Pooleinfassungen ausgezeichnet verwendet werden.
            • Beständig gegenüber Insekten, Pilzen und Algen: Spezielle Additive sorgen dafür, dass WPC beständig gegenüber Insekten, Pilzen und Algen ist. Diese Eigenschaft trägt nochmals zur Langlebigkeit der Dielen bei.
            • Fleckenresistent: WPC Terrassendielen der 2. Generation sind aufgrund eines patentierten Schutzschildes absolut fleckenresistent. Selbst Rotwein- oder Fettpatzer können ihnen nichts anhaben. UltraShield, so der Name der Dielen, wird in Österreich exklusiv von Meyer Parkett vertrieben.

            Besonderheiten von Biowerkstoff-Dielen – das sollten Sie beachten!

            Einige wenige Dinge sollte man vor dem Kauf vom WPC Terrassendielen bedenken:

             

            • Im Sommer heizen sich die Dielen relativ stark auf. Allgemein gilt: Je dunkler die Farbe, desto wärmer der Belag. Die Oberflächentemperaturen können bei gleicher Sonneneinstrahlung um bis zu 15 Grad variieren. Im Hochsommer können Temperaturen von 50 bis 70 Grad erreicht werden.
            • Holzverbundstoffe reagieren nicht nur auf Feuchtigkeitsänderungen, sondern auch auf Wärme. Diese Einflussfakturen haben eine Dimensionsänderung der Dielen zur Folge, vor allem in Längsrichtung. Die Längenausdehnung bei WPC-Dielen kann innerhalb weniger Stunden bis zu 4 mm pro Laufmeter Dielenlänge betragen. In der gesamten Terrassenkonstruktion muss diese Bewegung berücksichtig werden, indem jede Diele einmal (=punktuell) mit einem Fixierclip an derjenigen Seite fixiert wird, an welcher der Abstand zum nächsten Bauteil möglichst konstant bleiben soll.
            • WPC-Terrassendielen verlieren mit der Zeit ihre Steifigkeit, deshalb ist die Einhaltung der in der Verlegeanleitung vorgeschriebenen Konstruktionsabstände entscheidend, um Wasserpfützenbildung zu vermeiden.
            • Wie aus vielen anderen Lebensbereichen bekannt ist, können sich Kunststoffe unter gewissen Bedingungen elektrostatisch aufladen. Dieses natürliche Phänomen stellt keinen Mangel dar und kann auch bei WPC-Terrassendielen auftreten – es kommt zu einer unbedenklichen, nicht für jeden Menschen spürbaren, elektrostatischen Aufladung. Längere Trockenperioden, hohe Temperaturen, vor allem geringe Luftfeuchtigkeit begünstigen die elektrostatische Aufladung. 

            Verlegung von WPC Terrassendielen

            Die Einhaltung der werksseitigen Montagevorschriften ist oberstes Gebot! Folgend einige Tipps und Tricks, die Sie bei der Verlegung von WPC-Terrassendielen beachten sollten. Diese ersetzen nicht die Montageanleitung!

             

            • Die Terrassendielen und die Unterkonstruktion sollten 24 Stunden vor der Montage am vorgesehenen Verlegeort gelagert werden, damit sie sich an das Umgebungsklima anpassen können.
            • Die Außentemperatur sollte zum Zeitpunkt der Verlegung von Biowerkstoffdielen mindestens 10° C betragen. Sonst besteht bei der Bearbeitung der Dielen Bruchgefahr.
            • Die Unterkonstruktion ist das Herz der Terrasse! Sie ermöglicht die Durchlüftung der Terrasse und wirkt der Staunässe entgegen. Die Lebensdauer und Wertigkeit der Unterkonstruktion muss mit der des Oberbelags übereinstimmen. Bei WPC-Terrassen mit Hohlkammerprofil sollte der Terrassenboden ein Gefälle von 1% aufweisen, damit Regenwasser abfließen kann.

            Aufbau der Unterkonstruktion

            Je nach Untergrund wird die Unterkonstruktion immer etwas anders aufgebaut:

            Untergrund Gras, Wiese oder Erdreich

            Bei Untergründen aus Gras, Erdreich oder Schotter wird das Erdreich zunächst 40 cm ausgehoben und dann mit 25 cm Schotter und 15 cm Kies aufbereitet. Danach breitet man ein Unkrautvlies aus. Waschbetonplatten oder Streifenfundamente dienen als Auflage für die Konstruktionshölzer. Diese werden mit Gummigranulat unterlegt. Hier dürfen keine Montageleisten aus WPC verwendet werden, da diese immer vollflächig am Untergrund aufliegen müssen. Verwenden Sie Unterkonstruktionen aus Holz oder Alu.

              Betonuntergrund

              Betonuntergründe sollten mindestens 6 cm dick sein. Das Gummigranulat wird direkt auf dem Beton ausgelegt.

                Flachdächer, Dachterrassen

                Bei Flachdächern und Dachterrassen breitet man zunächst ein Unkrautvlies oder eine PE-Folie aus, danach wird das Gummigranulat positioniert. Als Unterkonstruktion verwendet man einen in sich geschlossenen, stabilen Rahmen.

                  Außer bei der Rahmenkonstruktion müssen alle Konstruktionshölzer und Montageleisten immer mit dem Untergrund verschraubt werden. Zum Niveauausgleich bei unebenen Flächen stehen Stellfüße zur Verfügung.

                   

                  Verlegen Sie die Unterkonstruktion quer zum Gefälle des Untergrundes (mind. 1%). Beachten Sie dabei die erlaubten Maximalabstände zwischen den Konstruktionsleisten, Angaben dazu finden Sie in der Verlegeanleitung für Terrassen. Beim Stoßen von Holzverbund-Montageleisten müssen diese um ca. 40 cm überlappt werden.

                  Verlegung der Dielen mit Clipsystem

                  Nachdem die Unterkonstruktion verlegt wurde, befestigen Sie die Dielen mit dem bei WPC-Terrassendielen üblichen Clipsystem. Damit können die Dielen unsichtbar befestigt werden. Beim Stoßen von Dielen ist kopfseitig ein Abstand von 5 bis 15 mm einzuhalten. Weiters müssen zu fixen Bauteilen entsprechende Abstände eingehalten werden.

                    Terrassendielen aus Holzverbundstoff, die nur mittels herkömmlicher Befestigungsclips in der Nut befestigt sind, können längsseitig „wandern“. Hier kommt es aufgrund der klimabedingten minimalen Längenänderungen einzelner Dielen in Kombination mit einer zufällig eintretenden Verkeilung bei einzelnen Befestigungsclips zu einer Verschiebung einzelner Terrassendielen in der Längsrichtung. Diese lässt sich aber einfach dadurch verhindern, indem gezielt Bremsclips zur Fixierung eingesetzt werden (siehe schematische Darstellung)

                      Randabschlüsse

                      Als Randabschluss stehen bei WPC-Terrassendielen mit Hohlkammerprofil Endkappen zur Verfügung. Diese verhindern das Einnisten von Insekten. Vor der Montage müssen die Hohlkammern angebohrt werden, damit Wasser und heiße gestaute Luft entweichen können. Alternativ können Abdeckleisten als Randabschluss verwendet werden.

                      Verlegeanleitung beachten!

                      Bitte beachten Sie bei der Verlegung von WPC-Terrassendielen unbedingt die Verlegeanleitung für Terrassen!

                      Reinigung von WPC Terrassendielen

                      Üblicherweise reicht es aus, gründliche Reinigungsarbeiten ein- bis zweimal jährlich durchzuführen. Kürzere Reinigungsintervalle können bei Terrassen mit intensiver Begrünung, in unmittelbarer Nähe zu Gebüschen, großen Bäumen oder Wäldern sowie in Nord- oder Schattenlagen notwendig sein. Die Reinigung ist im Hinblick auf eine lange Lebensdauer besonders wichtig.

                       

                      Am zweckmäßigsten werden Terrassenbeläge mit Wasser, einem passenden Reinigungsprodukt und einem Schrubber gereinigt. Bei Flächen ab ca. 50 m² lohnt sich der Einsatz eines geeigneten Reinigungsgerätes.

                       

                      • Nach dem Entfernen von grobem Schmutz wird die Terrasse mit dem Reiniger eingesprüht, Einwirkzeit beachten.
                      • Danach mit der Terrassenbürste oder einer Terrassenreinigungsmaschine reinigen, zwischendurch mit Wasser besprühen um die Oberfläche durchgehend feucht zu halten.
                      • Hartnäckigen Schmutz mit unverdünntem Reiniger entfernen.
                      • Verwenden sie KEINE Drahtbürsten oder ähnliche Werkzeuge, welche die Oberfläche zerkratzen können.
                      • Wenn Sie einen Hochdruckreiniger verwenden, halten Sie mindestens 30 cm Abstand zur Terrasse, um die Dielen nicht zu beschädigen.

                      WPC für die Gestaltung des Außenbereichs

                      Beim Boden ist noch lange nicht Schluss: WPC bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten bei der Gestaltung Ihres Außenbereichs. Als Terrassenboden ist es uns ja mittlerweile sehr geläufig. Spezielle Dielen oder Paneele können jedoch auch als Sicht- und Windschutz oder Fassadenverkleidung verwendet werden. Der letzte Trend sind Zaunsysteme aus WPC, so entsteht ein optisch ansprechendes Gesamtbild aus einem Guss.

                      Meyer Parkett bietet Ihnen ein umfangreiches Sortiment an WPC-Terrassendielen der Marken FANO und Twinson